johann

Jul 172014
 

Das Magazin Slate (http://www.slate.com/blogs/the_spot/2014/06/10/u_s_national_team_nickname_why_we_should_call_our_national_soccer_team_the.html) riss letzthin die Debatte auf, wie man dem US-amerikanischen Nationalteam der Fussball-Herren denn liebevoll sagen solle. Dabei lamentierte der Autor, dass ja andere Mannschaften auch so Spitznamen hätten, zum Beispiel ‘La Squadra Azzura’ oder ‘Oranje’ oder eben – ‘Die Mannschaft’. Darüber stolpert man immer wieder, gerne im Internet, und im Speziellen bei besonders peinlichen Begegnungen mit Leuten aus anderen Ländern als Deutschland, die die DFB-Auswahl so lieben: The Germans affectionately call their national men’s soccer team ‘Die Mannschaft'”.
Aber: niemand in Deutschland hätte je gehört, dass jemand ‘Die Mannschaft’ als Spitz- oder Kosenamen benutzte (‘Kosen’ ist natürlich in diesem Zusammenhang ohnehin vollkommen fehl am Platz, aber sei’s drum). Ich jedenfalls habe das noch nie, nie, nie gehört. Da eröffnet sich natürlich die Frage: Wo kommt das her? Wie kommen vorwiegend englischsprachige Menschen darauf, dass ganz Deutschland die DFB-Auswahl liebevoll ‘Die Mannschaft’ nennte?
Wahrscheinlich war es so: Als zum ersten Mal ein englischer Sportreporter (‘Three Lions’!) einen deutschen Kollegen am Kneipentisch abends fragte: “Listen, Fritz, there is a thing I have been wondering about, indeed, and I want to ask you this: What do you call your national soccer team in Germany?” <klugschei? ?erei>Ja, ‘Soccer’ ist ein ehedem durch und durch britischer Begriff und kommt von ‘Association Football’, da hatte er so eine richtige bratwurstige Kartoffel vor sich. Einen von denen, die zwar coole scheinenglische Ausdrücke und einen vorgeblich amerikanischen Fantasieakzent drauf haben, dafür aber einfach kein th ohne Regen sprechen können, noch dem Unterschied zwischen ‘actual’ und ‘aktuell’ oder ‘eventual’ und ‘eventuell’ intellektuell gewachsen sind. Und vor allem nicht in der Lage sind zu verstehen, was inhaltlich jemand von ihnen will. Denn dass der englische Sportreporter nicht etwa eine Vokabelfrage an ihn richtete, sondern Auskunft über einen empirischen Sachverhalt ersuchte, da kam die Kartoffel natürlich nicht drauf. Sie sprang am Kneipentisch wie ein Unterprimaner auf, haute die Hacken zusammen, legte die Hände an die Hosennaht, und brüllte zackig: “Jawohl, bitte sehr, in Tschörman, ‘the team’ is ‘die Mannschaft’.” Der Engländer konnte sich beim besten Willen sich einfach nicht vorstellen, dass der Deutsche so strunzenblöd wäre und ihm ernsthaft eine Vokabel offeriert habe, sondern nahm wenig überrascht, aber doch ein wenig befremdet hin, dass die Deutschen ihre Fußball-Nationalmannschaft eben ‘Die Mannschaft’ nennen. Wie Deutsche halt Dinge so nennen, wenn sie mal so lieb sein wollen zu jemand. Seither hat auch niemand mehr nachgefragt. Die Deutschen nicht, weil sie ja immer noch glauben, die Engländerinnen und Amerikaner seien sehr gelehrig beim Vokabelnlernen, und die Engländer und Amerikanerinnen nicht, weil die bei Deutschen schon lange nichts mehr wundert. Deswegen nennen die DFB-Auswahl im Ausland Leute, die einen Namen verwenden wollen, der gutmütig und ehrerbietend wie ‘Black Stars’ oder ‘Furia Roja’ anmutet, eben immer noch ‘Die Mannschaft’. Daher der Name Matjes-Hering.

Aug 192013
 

nirgends habe ich im internet das wurzelzertifikat für die nutzung des 802.1x netzes der uni tübingen für leute mit uni-tuebingen.de nutzerkennung zum anklicken gefunden und ueberall, wo die url einsehbar ist, kann man sie weder anklicken, noch ordentlich rauskopieren. das nervt auf einem schlauen telefon ja schon einigermaszen, diese adresse ab- und einzutippen. deshalb hier als link:

http://www.pki.dfn.de/fileadmin/PKI/zertifikate/deutsche-telekom-root-ca-2.crt

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Jul 082013
 

man kann ja trefflich streiten darueber, ob, in welcher form und in welchem ausmasz geschlechtergerechte sprache wichtig und wuenschenswert sei. ich finde sie wuenschenswert, sehe aber ein, dass man beispielsweise mit diskussionspartnerinnen liberaler provinienz durchaus in den argumentationsring steigen kann, um zu eroertern, ob das beharren darauf, dass stets geschlechterdifferenz (die man gut heiszen kann oder nicht) salient gemacht und betont werden sollte, nicht gerade das gegenteil von dem bewirkt, was eigentlich angestrebt werde: naemlich, dass es auszer in einem eng umschriebenen lebensbereich im grunde einen scheisz interessieren soll, ob jemand frau oder mann ist. im supermarkt an der kasse zum beispiel ist ja im prinzip drauf gepfiffen, ob da ein mann sitzt oder eine frau, und eigentlich waere es schoen, wenn man das geschlecht der kassierenden person einfach vergessen wuerde – und dabei koennte es stoeren, wenn man immer wieder “kassiererinnen und kassierer” oder “kassierer und kassiererinnen” sagt. dass es aber eine wirtschaftliche rolle spielt (und darauf verweist ja bereits das deutliche ungleichgewicht zwischen kassierern und kassiererinnen) und auch sonst allerhand konsequenzen hat fuer das leben der individuen, ob sie als mann oder frau geboren und sozialisiert werden, steht in meinen augen einer “wir tun einfach so, als waeren alle gleich und als gaebe es keine geschlechterrollen und -unterschiede, dann gibt es auch tatsaechlich keine”- politik entgegen. aber egal: man kann sich vernuenftig darueber unterhalten.

allerdings geschieht das gerade beim thema geschlechtergerechte sprache eben haeufig nicht. in aller regel sind diejenigen, die sich am lautesten  aufregen darueber, dass sie nun “studierende”,  “studentinnen und studenten” oder “studentInnen” lesen, hoeren, schreiben sollen, die einfaeltigsten tore, die zum thema geschlechtergerechtigkeit gerade mal gar nichts beitragen koennen. im gegenteil, wer murrt darueber, dass ihm (und es sind halt nicht immer, aber doch auffallend viele maenner) die zeit zu kostbar sei, “-innen” statt “-en” zu sagen, oder greint, weil er einen majuskel mehr in seinem dokument finden muss (und auch noch lesen – welche zumutung!) als ihm vertraglich in der grundschule zugesichert wurde, der quatscht ansonsten auch viel rum (die schoenen silben haette er sich zum beispiel gut aufheben koennen, um oefter mal “-innen” sagen zu koennen, ohne dem gesamtsilbenkontigent, das ihm zur verfuegung steht, ueber gebuehr zu beanspruchen) und ist ohnehin kein aufmerksamer leser. ein sehr deutlich illustrierendes beispiel dafuer gab dieser tag herr bernhard lassahn, dessen einlassungen zu anschaulich machen, dass es im grunde nicht um “-innen” geht, als dass man es nicht einmal einer exegese unterziehen sollte. bernhard lassahn hat nicht nur fuer die lurchi-hefte und käptn blaubär geschrieben, sondern tritt häufig in erscheinung als ein von frauen unterdrueckter widerstandskaempfer, der aber unheimlich “lustig” schreibt. wie dem auch sei…

unter dem titel “Wie die Scheiße ihr Geschlecht wechselte und ich Slipeinlagen tragen musste” beschreibt lassahn, wie er sich mal (“ende der achtziger jahre”) aufgeregt hat, weil eine lektorin die frechheit besasz, ihn zu bitten, den entsprechenden teil seines zur veroeffentlichung anstehenden buchs mit “autorinnen und autoren” zu ueberschreiben, anstelle “autorenverzeichnis”. jeder mensch, der irgendwas interessantes in seinem leben hat, wofuer es sich lohnt sich anzustrengen und auch mal aufzuregen, haette mit den achseln gezuckt und gesagt “so sei es”. nicht so lassahn. er fand es “falsch”:

Es gab nicht zwei Gruppen, die durch ein „und“ getrennt und – aus welchen Gründen auch immer – von einander unterscheiden werden sollten.

mag ja sein, aber natuerlich moechte niemand irgendjemand durch ein “und” unterscheiden. tatsaechlich werden durch die konjunktion “und” in aller regel im deutschen dinge verbunden, die eben gerade nicht unterschieden sind, sondern in ihrer eigenschaft als elemente einer aufzaehlung hinsichtlich dieser aufzaehlung zu wenig unterscheidbarem werden. “auf dem bauernhof wohnten hunde, katzen und meerschweinchen” – kein mensch moechte durch diee aufzaehlung die unterschiede zwischen den viechern hervorkehren. “Wir haben Aprikosenkuchen, Himbeerkuchen und Zupfkuchen im Angebot.” – Niemand würde durch eine solche aussage die kuchen in ihrer unterschiedlichkeit beschreiben, sondern in ihrer gemeinsamkeit, naemlich der, dass sie alle erhaeltlich sind. also: das bestehen einer lektorin auf “autorinnen und autoren” ist natuerlich nicht dem interesse entsprungen, da etwas zu unterscheiden, sondern den an dieser stelle unwichtigen unterschied (im geschlecht) mit einer sprachlichen form herunterzukochen, aber eben zu vermeiden, dass frauen als durch die maennliche form “mitgemeint” zu verstehen seien. dann tut lassahn noch so, als sei es ihm ganz furchtbar unwichtig und als wolle er kein aufhebens darum machen, und weil es er und sein ko-autor nicht “wichtig fanden” [uebrigens: nach 23 jahren sein schweigen zu brechen und dann doch einen artikel ueber den mist auf achgut zu schreiben, kann wohl kaum durchgehen als ‘was, was mir nicht wichtig ist’ – das muss schon sehr lange genagt haben].

das ist ein ganz alter trick von den “kritikern” der geschlechtergerechten sprache: man stellt sich ein bisschen dumm dran und tut so, als werde man “gezwungen” etwas zu tun, dass doch inhaltlich gar nicht angemessen sei. hier: lassahn waehnte sich genoetigt, etwas auszudruecken und zu bedeuten, was er nicht bedeuten wollte. allerdings ist der taschenspielertrick hier leicht zu durchschauen: a) wenn es dann wirklich so unwichtig sei, kann man es ja einfach vergessen, ignorieren, uebergehen – aber nein: hier wird ein maechtiges fass aufgemacht darueber, dass estwas passiert ist, was man vorgeblich gar nicht wichtig findet, b) geschlechtergerechte sprache hat nicht zum ziel permanent zu unterscheiden und gegenueberzustellen, sondern erstmal die normalitaet zu schaffen, dass ueberall frauen und maenner vorkommen (in allen gesellschaftlichen bereichen) – hier zu unterstellen, jemand wolle durch eine konjunktion (konjunktion, “kon”, nicht “kontra”, lassahn!) eine unterscheidung treffen, kann auch nur jemandem einfallen, der sein gegenueber (oder seine leserinnen und leser) fuer vollstaendig bescheuert haelt. aber worum ging es dann eigentlich? lassahn erklaert es auf dem fusz:

“Dennoch blieb ein bitterer Nachgeschmack zurück. Wenn es wirklich nur eine Kleinigkeit war, warum wollte die Lektorin diese Bagatelle unbedingt durchsetzen? Offenbar war es ihr wichtig. Wir haben gönnerhaft ein Auge zugedrückt – und uns so darüber hinweggetröstet, dass wir in einer Machtfrage unterlegen waren.”

aha. es war also doch wichtig, und die angebliche “goennerhaftigkeit”, die lassahn an den tag gelegt haben will, ist offenkundig falsch bezeichneter gekraenkter stolz: es war fuer ihn eine machtfrage, ob da nun “autorenverzeichnis” oder “autorinnen und autoren” steht. der nebel lichtet sich. da wo andere schlicht die regeln eines verlages walten sehen koennten (wie etwa auch “unsere buecher werden in neuer rechtschreibung gedruckt” oder “wir nehmen immer die schrifttype times new roman”) sieht sich lassahn hier auf uebelste weise gedemuetigt und in seiner macht in frage gestellt. eigentlich brauchte er trost, den er aber ganz offenkundig nie erlangte, hat es doch 23 jahre gedauert, bis er endlich es ueber sich brachte, die schmach niederzulegen. wenn man das einmal verstanden hat, dass lassahn also etwas furchtbar unwichtig fand, was ihn aber tief ins mark getroffen hat, dann sind auch die darauf folgenden einlassungen sehr folgerichtig und nachvollziehbar.

doch zunaechst tischt lassahn nochmal den benz unter den braesigen argumenten gegen geschlechtergerechte sprache auf: dass naemlich irgendwer mal “mitglieder und mitgliederinnen” geschrieben haette und das sei doch so laecherlich, dass sofort klar sei, dass geschlechtergerechte sprache in bausch und bogen verworfen gehoere. es stimmt ja, dass “mitglieder und mitgliederinnen” quatsch ist. aber muss man denn jahrzehnte lang immer wieder den selben abgefahrenen sonderfall abfeiern, den sich irgendeine nicht sehr helle person mal ausgedacht haben mag (oder vielleicht gab es das tatsaechlich nie, sondern man hat es in geschlechtergerechtigkeitskritischen kreisen als strohmann aufgebauscht? wer weisz es schon so genau…)? das ist, wie wenn jemand sagte “voegel koennen fliegen”, und ein anderer hielte diese aussage fuer endgueltig widerlegt, weil ja sein nachbar ein komischer vogel sei, aber er ihn noch nie habe fliegen sehen. und die pinguine natuerlich! es kann doch kein halbwegs mit vernunft begabter mensch immer und immer wieder argumentieren, dass haemmer abgeschafft werden sollen, weil jemand behauptete, damit eine spaxschraube eindrehen zu koennen? also bitte! nullargument. genauso wie der folgende hinweis, dass man in einer komischen videothek dann darauf bestehen muesse, dass am regal oben “Kannibalinnen- und Kannibalen Videos” stehen muesste. mit irgendeinem abstrusen mist, den er sich selbst ausdenkt, der aber entgegen der so leicht zu durchschauenenden verkrampften und gelaechterheischenden intention, doch halt ueberhaupt nicht so richtig witzig, geschweige denn aussagekraeftig ist, etwas laecherlich machen – eine lieblingsdisziplin der braesigen bratwursterei.

Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass die neue sprachfeministische Initiative auf die Vorstellung von einem so genannten „generischen Maskulinum“ zurückgeht, das Luise F. Pusch und Senta Trömel-Plötz als Unterdrückung empfinden, ich hätte das für einen Sketch von Loriot gehalten. Doch es ist nicht lustig.

nein, ist es auch nicht. vor allem, wenn man sich alles so zusammenphantasiert, wie man es gerne haben moechte, es aber nun mal nicht ist. das “generische maskulinum” ist mitnichten eine erfindung maennerfressender emanzen, sondern genau derer, die die alleinige verwendung maennlicher formen permanent hochhalten und konservieren wollen. auch eine methode: einfach irgendwas hernehmen und es “der anderen seite” in die schuhe schieben, obwohl es aus “den eigenen reihen” kommt. ein nullargument, wie es im buche steht, als locker-fluffiges spruechlein daherkommend, aber doch sehr bescheuert.

nun kommt lassahn zu einem punkt, an dem noch deutlicher wird, worum es ihm eigentlich geht. er beklagt sich im text ueber die taz, die sich “berauscht” habe an den geschlechtergerechten formulierungen (was ja sein mag), und schreibt dort:

Nun musste immer und überall eine Anspielung auf das weibliche Geschlechtsteil untergebracht werden, es ging immer munter unter die Gürtellinie und berührte den Bereich, den man als Kind als „Bäh-Bäh-Zone“ bezeichnet hat. Die „-innen“-Form war ein ständiger Hinweis auf das weibliche Geschlecht. Und das bei Gelegenheiten, bei denen man früher nicht daran gedacht hätte.

mit anderen worten: wenn jemand “-innen” sagt, und damit salient macht, dass frauen gemeint sind, ist das fuer lassahn “bäh-bäh”. er kann nicht an frauen denken, ohne gleich “unter der guertellinie” zu landen. waere ich psychoanalytiker, faende ich das hochinteressant und wuerde mich gern naeher damit befassen, was in lassahns leben und insbesondere seiner kindheit schief gelaufen ist, dass fuer ihn frauen und vagina das selbe ist, und dass ihm das dazu noch furchtbar unangenehm und in den meisten faellen unangenehm ist. stichwort repression, stichwort verdraengte triebe, stichwort objektfixierung. darum geht es lassahn also, nicht um “-innen” oder irgendsoetwas, was ihm “total unwichtig” ist. sondern ums ficken (das bei ihm sofort aufgerufen wird, wenn jemand “frau” sagt) und wie er sich vor dem weiblichen geschlecht (mit groszem G) ekelt.

und wenn man dachte, jetzt sei mal gut mit dem geheimnisvollen psychoanalytischen quatsch, setzt lassahn noch eins drauf: auf einmal geht es um scheisze, die – so beklagt er aehnlich jaemmerlich wie alles andere, was er so zu beklagen hat – naemlich frueher ein grammatikalisch weibliches wort gewesen sei, nun aber in gestalt von “der scheiß” ihr geschlecht geaendert habe. und er ruft aus (achtung uralt lavendel bratwurstigkeitswitz):

Hör endlich auf mit den Fäkal-Ausdrücken! Was soll der Scheiß?!

anale phase sage ich mal… was hat scheisze und die veraenderung von “die scheisze” zu “der scheisz” mit dem thema zu tun? nichts, moechte man meinen, schlieszlich handelt es sich mitnichten um den versuch, irgendeine sprachrealitaet zu einem wuenschenswerteren zustand zu veraendern, nein, es ist halt einfach so, dass es “die scheisze” und “der scheisz” gibt. das ist auch gar nicht so ein “neues phaenomen bei den jungen leuten”, wie lassahn hier suggerieren moechte. also eigentlich auch egal… aber weit gefehlt: scheisze ist fuer lassahn so wichtig fuer das hier breitgetretene geschwafel, dass es im titel des texts zu ehren kommt (uebrigens auch so eine “unheimlich lustige und putzige” masche von lassahn, immer irgendwelche begriffe in die ueberschrift zu tun, die auf den ersten blick ganz zusammenhangsos scheinen, aber dann wundersam durch seine ach so humoristische erzaehlkunst zusammenfinden). geschlecht, weibliche geschlechtsteile, exkrement. das sind die themen, die lassahn hier vorkaut; es geht gar nicht um geschlechtergerechte sprache, sondern um lassahns fruehkindliche auseinandersetzungen mit dingen, mit denen er bis heute nicht bewaeltigend seinen frieden gemacht hat. und so muss die liste der “autorinnen und autoren” leiden unter seinem heiligen, prüden zorn.

was jetzt kommt, ist dann eine reprise der demuetigung und auch gleichzeitig eine variation davon. nicht nur musste lassahn bei dem “ihm total unwichtigen” thema “autorinnenliste” zurueckstecken und hinnehmen, dass jemand – zumindest ins seiner wahnhaften aufladung sah er es wohl so – mehr macht hatte als er, nein: er wurde auch schonmal “als frau” angesprochen und “behandelt”: er schreibt von einem vertrag, den er unterzeichnen solle, in dem von “der autorin” und der “kontoinhaberin” die rede war statt von “dem autor” und dem “kontoinhaber”. das alles muss derartig traumatisch gewesen sein, dass er sich – und hier hoerts jetzt auf mit dem zitieren, diese rotze muss nicht weiter hier woertlich wiedergegegeben werden – dann noch einige zeit ergieszt ueber krankheiten und slipeinlagen, seine geschiedene frau, die ihm all sein geld weggenommen hat und all so “lustiges” zeug, was ihm widerfuhr und den lesenden leider nicht erspart bleibt, weil er als frau behandelt und nicht als “autor” angesprochen wurde. und jetzt muss man sich das mal vor augen fuehren: der autor hat irgendein problem mit frauen, der blosze verweis darauf, dass es frauen gibt, weckt in ihm offenbar ausschlieszlich und sofort bilder von weiblichen geschlechtsorganen (“igitt!”), irgendwie muss er dann auch nochmal was von scheisze schreiben in seiner “glosse”, obwohl die nichts beitraegt zum thema, und deshalb regt er sich auf ueber etwas, was ihm eigentlich gaaaaaaaanz egal und unwichtig ist: dass es leute gibt, die darauf bestehen, frauen und maenner beide zu nennen, anstatt nur maenner anzusprechen und frauen bestenfalls implizit mitmeinen. das regt ihn auf, das ist eigentlich der stein des anstoszes. und am ende des artikels beklagt er sich darueber, dass jemand das weibliche wort benutzt, um ihn anzusprechen und suhlt sich in seinem leiden sowie in einer art  “moral von der geschicht”, wie albern es doch sei, wenn man nur eine form benutzt und damit die “anderen” irgendwie mitmeint.

bratwurstmeinung, sex und kot, kindlich gekraenkte allmachtsphantasie und empoerung, dass ihm das widerfaehrt, wofuer er andere verspottet – das ist schlussendlich durchaus stellvertretend fuer die allermeisten, die sich wegen eines bloeden binnen-is aufregen.

Dec 072012
 

diederik stapel, in his recent book “ontsporing”, characterizes exactly the kind of process that leads to some crazy shit in science – and by this i do not mean fraud, but all the other shenanigans. a seemingly innocent, yet keen characterization of ideology, also in general:

Hoe dikker het web van leugens werd, hoe meer ik begon te geloven dat het allemaal waar was. Dat was de enige manier om het vol te houden. [The thicker the web of lies became, the more I started to believe that it was all true. This was the only way to keep going.]

quoted from Stapel, D. (2012). Ontsporing. Amsterdam: Prometheus. ISBN 978 90 446 2312 3

and keeping going is the most important thing in all of this society. if you do not keep going, you will drown.

 

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Nov 262012
 

antisemiten glauben, es sei nur antisemitismus, wenn man sich gegen jemanden richte, den es nicht gibt. oder aber, wenn man sich gegen jemanden richte, obwohl man gar nichts “richtiges” gegen ihn vorbringen koenne.

das problem daran ist: antisemiten glauben ja an ihren mist, und deshalb sind sie ja nicht “ohne grund” gegen juden, sondern in ihren wahnhaft glasigen augen voellig zurecht. damit wird das lamento der antisemiten und das noelen ueber die “antisemitismuskeule” zu einer inzuechtigen tautologie.

die konkreten juden, ihren staat und ihre weigerung, sich vernichten zu lassen, scheisze zu finden, indes, halten antisemiten fuer rechtschaffen. denn schlieszlich haben sie ja allerhand vorzuwerfen, “man wird doch wohl mal…” noch und “so scheint es mir aber, und deswegen muss es richtig sein…”

augsteins jakob ist so einer. er schreibt:

Immer häufiger wird Israels Besatzungspolitik mit dem Antisemitismus-Argument gegen jede Kritik in Schutz genommen.

er hat kuerzlich auch geschrieben:

Aber das Gesetz der Rache kennt kein Ende. Dieser Krieg wird erst enden, wenn die Krieger die Lust daran verloren haben. Es sieht nicht danach aus.

und meint damit israel. “die juden sind halt eben rachsuechtig”, so muss man die zurueckweisung des antisemitismusvorwurfs lesen, “wenn sie nicht rachsuechtig und verschlagen und brutale voelkermoerder waeren, dann ja, dann muesste man das als antisemitisch geißeln, das zu ‘kritisieren’. aber sie tun es ja eben [sic!] und darum ist es nicht falsch, gegen juden zu hetzen”.

oder dies:

Gaza ist ein Gefängnis. Ein Lager. Israel brütet sich dort seine eigenen Gegner aus.

“die juden sind ja so, die zuechten sich selbst leute, von denen sie angegriffen werden, damit sie selbst kriegsherren sein koennen.” so stellt sich augstein es vor, wenn er tatsaechlich seine von ressentiments triefenden tiraden gegen alles, was nicht “deutsch” ist, verteidigen koennte. aber er weisz es sehr genau, dass das blatant antisemitisch ist, und das es als unfein goelte, sagte er das, was er meint. deshalb ergeht er sich im ungefaehren, und tut die ganze zeit so, als verstuenden andere leute irgendwas falsch, oder aber – und da ist er wieder, der boese jude – machten sich zu knechten einer hinterhaeltigen, boesartigen kampagne, von der die juden und ihr staat profitierten. und am ende seien die juden also selber schuld, dass man sie hasse. q.e.d.

augstein ist und bleibt ein antisemit, und dass er drauf besteht, dass er doch aber recht damit habe, dass juden scheisze seien, belegt das nur.

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Nov 132012
 

bernkastel, st. goar, zittau, dinslaken, wanne-eickel, castrop-rauxel und wattenscheid haben ihre eigenen nummerschilder. zur stärkung der “identifikation mit der region”.

selten hat das gequatsche von der “identifikation mit der region” deutlicher die hosen runter gelassen und gezeigt, was fuer ein sinnentleerter müll die “identifikation” ist – “identifikation ist, wenn auf mein nummerschild bocholt steht, nä?”

 

http://www.derwesten.de/politik/ab-dienstag-gibts-wieder-alte-nummernschilder…

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Sep 032012
 
Saving encoded as UTF-8 without BOM in notepad++

i nearly went crazy the other day when i tried to write a simple php script that would read a json-formatted database file into an array. it simply wouldn’t work and the worst thing was that it had been working shortly before that. but all of a sudden, the perfect and well-formed json file which had been nicely read into an array using the json_decode() function of php simply would only give back NULL as a result.

after hours and days of meticulously checking the json file again and again, and the function as well, searching the internet forums up and down to no avail i found the bug. it was so annoying that i need to help anyone stumbling across the same problem by writing it down here.
i have saved the json file (utf-8 encoded, which is important for the json_decode function of php to work!) in different editors: in notepad++ on windows and gedit on linux (and i had done so before, i.e., before the problem first emerged). as it turns out, for some reason that was neither retraceable nor intelligible to me, at some point the file was saved encoded as utf-8 with a byte order mark (BOM).
don’t ask me why that BOM is needed and what it is exactly – i am sure there are good reasons for the BOM to be included in documents – but it was a) not readily apparent that such a mark was included in the file (fucker’s invisible!), nor was it clear that and why it would jack up the json_decode() function in php. i finally realized something was wrong with the file when i saw that – contrary to the file itself which showed no problems in the editor – the content of the json file, when read with the file_get_contents() function (without transforming contents into an array) and print_r()d into the html, had this little mark at the beginning:



this character string is in fact the BOM and you need to get rid of it using an editor that offers a flexible option to chose encoding, so that json_decode() does what you want. to fix this bugger in notepad++, simply chose ‘Encode in UTF-8 without BOM’:

Saving encoded as UTF-8 without BOM in notepad++

Saving encoded as UTF-8 without BOM in notepad++

and magically, the damn thing works again.

lo and behold, of course i did find a similar comment and alert to the problem in one of the comments in the php manual at php.net where i did not look far enough – simply because i did not look for “BOM” as i didn’t know yet: http://www.php.net/manual/en/function.json-decode.php#107107. in this comment, another solution for the problem is offered that does not necessitate caring too much for the json file itself, but rather prepare the contents before it gets fed to json_decode(). of course, that may be considered more elegant (or not, as you need more convoluted code in the script), but it definitely tempts to take attention away from coding proper json files and instead rely on some code later fixing the problem if it exists. so i do not recommend it – why not avoid the problem altogether instead of fixing it later?

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Aug 232012
 
Liebe Homo-Ehe!

der komische wagner von der bildzeitung aeuszert sich heute zur homoehe, spricht sie gar persoenlich an. “liebe homo-ehe”. er sagt:

die schwulen sollen gefaelligst froh sein, dass sie nicht ins gefaengnis kommen, dafuer dass sie schwul sind. und ansonsten die schnauze halten. wer der volksgemeinschaft keine kinder schenkt, hat auch nichts zu vermelden.

Post_von_wagner_liebe_homo-ehe_-_news_-_bild

 

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