Nov 262012
 

antisemiten glauben, es sei nur antisemitismus, wenn man sich gegen jemanden richte, den es nicht gibt. oder aber, wenn man sich gegen jemanden richte, obwohl man gar nichts “richtiges” gegen ihn vorbringen koenne.

das problem daran ist: antisemiten glauben ja an ihren mist, und deshalb sind sie ja nicht “ohne grund” gegen juden, sondern in ihren wahnhaft glasigen augen voellig zurecht. damit wird das lamento der antisemiten und das noelen ueber die “antisemitismuskeule” zu einer inzuechtigen tautologie.

die konkreten juden, ihren staat und ihre weigerung, sich vernichten zu lassen, scheisze zu finden, indes, halten antisemiten fuer rechtschaffen. denn schlieszlich haben sie ja allerhand vorzuwerfen, “man wird doch wohl mal…” noch und “so scheint es mir aber, und deswegen muss es richtig sein…”

augsteins jakob ist so einer. er schreibt:

Immer häufiger wird Israels Besatzungspolitik mit dem Antisemitismus-Argument gegen jede Kritik in Schutz genommen.

er hat kuerzlich auch geschrieben:

Aber das Gesetz der Rache kennt kein Ende. Dieser Krieg wird erst enden, wenn die Krieger die Lust daran verloren haben. Es sieht nicht danach aus.

und meint damit israel. “die juden sind halt eben rachsuechtig”, so muss man die zurueckweisung des antisemitismusvorwurfs lesen, “wenn sie nicht rachsuechtig und verschlagen und brutale voelkermoerder waeren, dann ja, dann muesste man das als antisemitisch geißeln, das zu ‘kritisieren’. aber sie tun es ja eben [sic!] und darum ist es nicht falsch, gegen juden zu hetzen”.

oder dies:

Gaza ist ein Gefängnis. Ein Lager. Israel brütet sich dort seine eigenen Gegner aus.

“die juden sind ja so, die zuechten sich selbst leute, von denen sie angegriffen werden, damit sie selbst kriegsherren sein koennen.” so stellt sich augstein es vor, wenn er tatsaechlich seine von ressentiments triefenden tiraden gegen alles, was nicht “deutsch” ist, verteidigen koennte. aber er weisz es sehr genau, dass das blatant antisemitisch ist, und das es als unfein goelte, sagte er das, was er meint. deshalb ergeht er sich im ungefaehren, und tut die ganze zeit so, als verstuenden andere leute irgendwas falsch, oder aber – und da ist er wieder, der boese jude – machten sich zu knechten einer hinterhaeltigen, boesartigen kampagne, von der die juden und ihr staat profitierten. und am ende seien die juden also selber schuld, dass man sie hasse. q.e.d.

augstein ist und bleibt ein antisemit, und dass er drauf besteht, dass er doch aber recht damit habe, dass juden scheisze seien, belegt das nur.

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