Sep 212011
 

angenommen, jemand bittet mich, ihm sein feuerzeug zu geben. er wolle eine kerze anzuenden. kein problem, klar soll der eine kerze anzuenden, ist ja auch schoener mit als ohne brennende kerze.
nun sagt er aber gleichzeitig: “eigentlich gehts mir nicht um die kerze, ob die brennt oder nicht ist mir ganz egal. was ich wirklich vorhabe, ist es, ein haus damit anzuzuenden.” das waere einigermaszen merkwuerdig. aber mal unterstellt, dass dieser jemand nicht sinnlos laute aneinanderreiht und rein zufaellig so einen schmarrn mit seinem sprechapparat zusammengestellt hat, gibt es zwei plausible erklaerungen fuer so eine erklaerung.

  1.  er haelt mich fuer vollkommen bescheuert, und unfaehig zu erkennen, dass ich gegen meine legitimen interessen nach ausbleiben des brandes handelte, gaebe ich ihm denn das feuerzeug. in diesem szenario waere ich – in der wahrnehmung des anderen – sehr, sehr minderbemittelt. (immer vorausgesetzt, ich finde es schoener, wenn das haus nebenan steht als wenn es abgebrannt ist). eine solche wahrnehmung meiner person muesste ich wiederum – in anbetracht der tatsache, dass ich mich fuer mit einem normalen masz von verstand begabt halte -, fuer einen ausweis der besonderen bloedheit des anderen halten. wie bescheuert muss man sein, um zu glauben, dass man jemandem nach einer solchen ansage das feuerzeug aushaendigen werde? ich gebe ihm das feuerzeug nicht und hielte seinerseits ihn fuer vollkommen bescheuert.
  2. er haelt mich nicht fuer bescheuert, geht aber davon aus, dass ich das gut finde, wenn er ein haus anzuendet. das widerspricht allerdings dem oben bereits erwaehnten grundsatz, dass ich es besser finde, wenn dies nicht passiert als wenn es passiert und daher vernuenftigerweise das ausbleiben des brandes bevorzuge. die handlungskonsequenz ist klar: ich gebe ihm das feuerzeug nicht.

also wenn jemand sowas sagt, muss er entweder unintelligent sein oder er taeuscht sich ueber meine ziele und praeferenzen.

andersherum: angenommen, ich gebe ihm tatsaechlich das feuerzeug, nachdem ich zur kenntnis genommen habe, was er da gesagt hat. man koennte dieses zunaechst abstruse verhalten nun auch auf zwei arten erklaeren:

  1. ich bin besoffen, mit drogen vollgepumpt oder anderweitig in meiner intellektuellen kapazitaet behindert, und wuerde so gegen meine praeferenz und mein interesse handeln.
  2. ich finde es eigentlich ganz gut, wenn das haus nebenan abgefackelt wird. meine praeferenz ist gar nicht, dass es stehenbleibt, sondern tatsaechlich befuerworte ich das abbrennen und handele so im vollbesitz meiner geistigen kraefte im einklang mit meinem interesse.

das klingt womoeglich auf den ersten blick alles ein bisschen abstrus und merkwuerdig konstruiert. aber es macht deutlich: entweder ist in einer solchen situation (a) einer der beteiligten nicht ganz bei trost, ihm fehlen ganz fundamentale verstandesfunktionen, und der andere merkt das. oder aber: (b) der andere vermutet, dass ich seine zerstoererische intention teile und hat damit auch recht. wenn ich nun ausschliesze, dass einer von uns beiden minderbemittelt ist, bleibt nur uebrig: wir haben beide das gleiche im sinn: dass die bude nebenan brennen soll.

man behalte dieses argument einmal im kopf, wenn man den gleich verlinkten artikel liest und mache natuerlich die vollkommen plausible und nicht anzuzweifelnde annahme: “es ist nicht der fall, dass beide, “die palaestinenser” und diejenigen, die eine einseitig ausrufung eines palaestinensischen staats unterstuetzen, geistig minderbemittelt, besoffen oder zugedröhnt sind.” dann kommt, wenn man das mal durchdenkt, eigentlich nur eine beschreibung der interessenlagen der genannten heraus. und gegen solche interessenlagen und die leute, die diese interessen ins werk setzen moechten, helfen nur gewehre.

http://heplev.wordpress.com/2011/09/21/palastinensisch-arabische-%e2%80%9efluchtlinge%e2%80%9c-sollen-keine-burger-%e2%80%9epalastinas%e2%80%9c-werden-%e2%80%93-selbst-wenn-sie-dort-leben/