Nov 302007
 

es gibt ja im deutschen die anfangs etwas umstaendlich anmutende konstruktion “etwas tun gehen”. zum beispiel: “ich gehe mal gucken, ob er schon da ist”, oder “ich geh mal schnell haende waschen” wenn man eigentlich sagen könnte “ich guck mal ob er schon da ist”, oder “ich wasche mir mal die haende”. offensichtlich ist aber in der jeweils ersten variante noch die (vermutlich in den allermeisten faellen dieser konstruktion verzichtbare) information enthalten, dass man sich nun auch physisch an einen anderen ort bewege, um angekuendigtes zu tun. fuer verzichtbar halte ich diese information deshalb, weil in den allermeisten faellen solche aussagen sowieso gemacht werden, um das ganz offensichtliche wegbewegen vom derzeitigen ort zu begruenden – die rezipientin weiss also schon, dass die bewegung stattfindet, und fragt sich vielleicht warum, was durch die aussage erhellt wird. eventuell ist noch die nuance enthalten, dass noch ein wenig zeit vergehen wird, bis die hauptsaechlich angekuendigte taetigkeit (i.e., “gucken”, “haende waschen”) dann tatsaechlich begonnen wird.
im berndeutschen (vielleicht auch in anderen schweizerdeutschen dialekten) wird das noch ein bisschen ausgeweitet: “ich gehe einkaufen” heisst “i ga ga inchauffe”, sinngemaess “ich gehe einkaufen gehen”, denn “ga inchauffe” ist bereits eine fester begriff fuer “einkaufen”. im “standard”-deutschen wuerde man bei einer solchen wendung (in der “gehen” quasi schon zum ausdruck dazugehoert) wahrscheinlich eher auf das zweite gehen verzichten. z. b. “ich gehe baden” kommt von “baden gehen” (vs. “baden”). man wuerde aber nicht sagen “ich gehe baden gehen”. aber auch ohne feststehende verbindungen von “gehen + verb” wird das “gehen” oft noch zugefuegt: “ich schaue” heisst “i lueg”, aber haeufig wird das eben erweitert zu “i ga luege”.
illustrieren tue ich das hier mit einem plakat, dass das traditionskaufhaus loeb in bern aufgehaengt hat. wegen renovierungsarbeiten ist ein teil des hauses in ein anderes gebaeude ausgelagert, diesen neuen teil von loeb nannte man “provisorium”, und damit die passanten und passantinnen auch dran denken, dass es noch dieses provisorium gibt, haben die menschen von loeb ein transpi aufgehaengt:

im provisorium ga luege

“I würd de no schnäu ins Loeb-Provisorium ga luege” -> “Ich würde dann noch schnell ins Loeb-Provisorium gucken gehen”
[übrigens hier auch interessant: “schnell” wird zu “schnäu” – oder vielleicht auch “schnäu ist zu schnell geworden”, keine ahnung, welches die aeltere form ist – jedenfalls sind im barndütschen “L”s oft “U”s: bstaue = bestellen, St. Gaue = St. Gallen, Miuch = Milch, kaud = kalt]

so, zurueck zum “machen gehen”: noch eine stufe weiter fuehrte loeb dann kuerzlich in einer zeitungswerbung vor, die darauf hinweist, dass die renovierung zweier stockwerke bereits abgeschlossen sei und einlädt, mal vorbeiuikommen möchte, um sich das anzusehen:

chömet cho luege

“chömet cho luege” muesste man vielleicht am ehesten mit “kommt mal gucken kommen” uebersetzen. umstaendlich? ja. aber cool.

 Posted by at 4.11 pm
Nov 292007
 

das united nations development programme hat seinen jahresbericht herausgegeben und die lebensqualitaet in den laendern der welt abgeschaetzt. anhand verschiedenster indikatoren wie durchschnitts-einkommen, lebenserwartung, bildung etc…

da kommt island erstmals vor norwegen auf den ersten platz – tataaaa!

die rangplätze 1-20:

1 Iceland
2 Norway
3 Australia
4 Canada
5 Ireland
6 Sweden
7 Switzerland
8 Japan
9 Netherlands
10 France
11 Finland
12 United States
13 Spain
14 Denmark
15 Austria
16 UK
17 Belgium
18 Luxemburg
19 New Zealand
20 Italy

quelle: UNDP, s.30

was faellt auf? deutschland nicht dabei – jetzt habe ich es amtlich, dass es richtig war, aus deutschland weg zu gehen. naemlich nach platz 7 – in die schweiz!

ein toller aspekt an der schweiz, der aber nicht direkt in dieses ranking einging: die migros – eine urspruengliche genossenschaft, die auch heute noch solide waren zu reellen preisen anbietet (wenn ichs mal in den worten meines vaters formulieren darf). die migros hat eine eigenmarke: MBudget. das kommt in der verpackung alles ein bisschen billig daher, ist aber – so habe ich mir sagen lassen – eine der marken in der schweiz, denen am meisten vertrauen entgegen gebracht wird von den konsumierenden. von MBudget gibt tausend verschiedene sachen, nicht nur lebensmittel, sondern auch kosmetika, haushaltsbedarf usw. usf.
und gestern fand ich einen neuen hoehepunkt im MBudget-Sortiment: eine MBudget Grusskarte. die ist im MBudget-Design gehalten, vorne drauf steht recht nüchtern die Produktbezeichnung (natürlich in allen drei Sprachen, wie eigentlich so gut wie jede Produktbeschreibung in der Schweiz): “Grusskarte. Carte de vœux. Cartolina.”. Keine Sucherei mehr nach dem am wenigsten kitschigen Motiv, wenn man eigentlich gestern schon die Karte haette wegschicken sollen, damit sie noch rechtzeitig ankommt! Schnell, einfach, neutral. Cool.
Und am allerpraktischsten: Innen drin, rechts, in der Karte ist Platz fuer eine individuelle Botschaft, links jedoch kann man auch einfach ankreuzen, fuer welchen anlass sie gedacht ist: Gratulation, Gutschein, Geburtstag, …, Bestandene Prüfung… – natürlich auch alle wieder trilingual ausgewiesen. und praktisch: unten ist eine freie Stelle, da kann man dann noch einen ausgefalleneren Anlass eintragen. In der Sprache der Wahl.
Das ist die praktischste und generischste Grusskarte, die ich je gesehen habe und ich prüfe derzeit, ob in Zukunft von mir nur noch solche Karten kommen könnten. Danke Migros!

m-budget generische grusskarte vorne m-budget generische postkarte innen

 Posted by at 12.57 am
Nov 082007
 
“standard deutsch” “schweizer deutsch”
sich bedanken bei jemandem jemanden verdanken
beschreibung beschrieb
entscheidung entscheid
beeindruckend eindrücklich
unterbrechung unterbruch
 Posted by at 8.05 am
Nov 082007
 

so, uhren sind umgestellt, im supermarkt bekommt man fasst nichts mehr ausser duftkerzen, lebkuchen und geschenkpapier, es ist schoen dunkel abends – wegen mir kann der advent kommen. aber nueschte, dauert noch: 24 tage! das is oll, und deshalb gibts hier einen advents-advents-kalender: jeden tag ein tuerchen, bis endlich der advent anfaengt. mit xml-feed, damit man auch wirklich gar nix mehr tun muss, um die tuerchen aufzumachen.

adventadventskalender

 Posted by at 12.01 am