Oct 262007
 

… noch ein kleines erlebnis zur illustration, wieso es in der schweiz so schoen ist.
mit einem auslaendischen fuehrerschein darf man in der schweiz ein jahr fahren (ab wohnsitznahme), danach muss man ihn umschreiben lassen. fuer 130 stutz (bearbeitung und ausstellung des eidgenoessischen fueherausweises. wer laenger braucht: pruefung, alles neumachen, haufen geld. weil es also demnaechst soweit ist, wollte ich das noch erledigt haben. lange traute ich mich aber nicht so recht, weil ich befuerchtete, was ich in de erlebt habe: morgens um 8 antanzen, trotzdem 25 leute vor einem, lange schlange am schalter, stundenlanges warten, bis man dran kommt, dann mit einem bezahlzettel zum kassenschalter, wieder schlange, warten, bezahlen, zurueck zum ersten schalter, wieder schlange… das alte spiel eben.
NICHT SO IN DIESEM SCHOENEN LAND HIER: der schalter, an den ich musste, war mit fuenf eifrigen angestellten besetzt, die mich als einzigen derzeit “service wuenschenden kunden” freudig begruessten und sofort versorgten. eine kopie, die ich dabei hatte vom auslaenderausweis war falsch, “aber geben sie mir ihren ausweis eben, ich mache eine kopie fuer sie”. 3 minuten, alles fertig. “sie bekommen den fuehrerschein dann in den naechsten tagen per post. einen schoenen tag noch.” mein verdutztes gesicht (es sollte doch 130 franken kosten???) schien da oefter vorzukommen bei leuten, die ihren auslaendischen fuehrerschein umtauschen und so ergaenzte der schaltermensch unmittelbar: dem schreiben liegt dann eine rechnung bei. grossartig! ich kriege erst mal den fuehrerschein und dann kann ich gemaechlich in the privacy of my own home per online-banking spaeter bezahlen. es ist herrlich.
wie bei der swissom: die haben mir das telefon erstmal freigeschaltet und dann eine woche spaeter mit der post einen vertrag geschickt, den ich bitte unterzeichnet zuruecksende wolle. oder in der institutsbibliothek an der uni: “wenn sie ein buch ausleihen moechten, fuellen sie bitte die beiligende karte aus und werfen sie sie in diesen kasten hier. aber bitte belaestigen sie den bibliothekar nicht” oder in einer anderen teilbibliothek: “wenn sie ein buch zurueckbringen, liegt es in ihrer verantwortung, das buch an den richtigen platz zurueckzustellen. erwarten sie nicht, dass irgendwer griesgraemiges sofort aus dem kabaeuschen herausgeschossen kommt und sie verdaechtigt, ein buch gestohlen zu haben”.

ueberall: “wir machen erstmal und dann sehen wir weiter” bzw. “du wirst schon das richtige tun”. anstatt von “du willst uns bestimmt bescheissen und irgendwas erschleichen, wir beobachten dich genau und richten alles so ein, dass erstmal pinunzen auf den tisch kommen, bevor ueberhaupt was passiert”. gotta love switzerland!

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